„Wir brauchen und wollen in unserem schönen und flächenmäßig großen Landkreis Nienburg eine wohnortnahe und begabungsgerechte Beschulung unserer Kinder auf hohem Niveau, genau das ist mit der Oberschule möglich“, so Maik Beermann, Kreistagskandidat und Kreisvorsitzender der Jungen Union (JU) Nienburg. Die Einrichtung einer oder mehrerer IGSen – wie es der Landratskandidat Detlev Kohlmeier, die SPD, Grüne und die Initiative „pro IGS“ fordern, bedeutet die Schließung mehrerer Haupt- und Realschulen evtl. sogar von Gymnasien in unserem Landkreis Nienburg. Die Junge Union möchte einen noch stärkeren Schüler- und Bustourismus vermeiden.
Die Schließung vieler Schulstandorte im Landkreis und die längeren Busfahrten zur Schule sind nur zwei Gründe, warum aus Sicht der Jungen Union die IGS für unseren Landkreis das falsche Schulmodell ist. Aber auch die folgenden Punkte sollten genügend Argumente gegen die Einrichtung einer IGS mit sich bringen:
1. Bei den Pisa-Vergleichsstudien im innerdeutschen Ländervergleich haben die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen gewonnen. In diesen Ländern gibt es keine Integrierten Gesamtschulen.
2. Die soziale Herkunft entscheidet auch an der IGS über den Bildungserfolg. Laut der PISA-Studie sogar in einem höheren Maß als in anderen Schulsystemen.
3. Das Schulsystem der Oberschulen ist so durchlässig, dass Schüler auch mit dem Umweg über Haupt- und Realschulabschluss das Abitur erwerben können. Dafür braucht es keine Integrierte Gesamtschule.
4. Schüler an Integrierten Gesamtschulen lernen weniger: Der Rückstand 15-jähriger IGS-Schüler gegenüber gleichaltrigen Realschülern beträgt laut Pisastudie mehr als ein Schuljahr. Der Abstand zu Gymnasiasten beträgt sogar über zwei Schuljahre.
Das die Oberschule in Niedersachsen auf dem besten Wege ist ein neues Erfolgsmodell zu werden, belegt die Zahl von 130 Standorten zum Beginn des neuen Schuljahres 2011/2012 in Niedersachsen.
„Das Ziel ist es, das Bestmögliche für die Schülerinnen und Schüler zu erreichen“, so Maik Beermann. Alle starten gemeinsam in Klasse 5, damit werden die Übergänge von der Grundschule in die weiterführende Schule erleichtert. Diese Übergänge werden von einem Lehrerteam gestaltet, so dass keine Schüler verloren gehen.
In der Oberschule lernen Schüler gemeinsam ohne Ausgrenzung. Ab Klasse 6 werden sie in Kursen nach individuellen Fähigkeiten gefördert und gefordert, kommen dann aber wieder zum gemeinsamen Unterricht zusammen. Kursumstufungen werden von der Klassenkonferenz nach den Zensuren der Schüler entschieden, wobei aber auch die Gesamtpersönlichkeit der Schüler berücksichtigt wird. Zensuren geben den Schülern auch die Möglichkeit, sich selbst einzuschätzen.
Die Durchlässigkeit war in einem kombinierten System HRS schon gegeben, aber hier wird sie noch mehr ausgebaut. In der Sek I der Oberschule lernen die Schüler durch das Methodentraining das “Lernen lernen“! Maßnahmen zur beruflichen Orientierung und beruflichen Bildung, bilden einen Schwerpunkt der Arbeit an der Oberschule und dienen der Berufswegeplanung der Schüler.
An der Oberschule erwerben die Schüler Qualifikationen, um ihren Bildungsweg berufs- oder studienbezogen fortsetzen zu können. Die Schüler sollen den nach ihren Fähigkeiten bestmöglichen Abschluss erreichen und ihren Berufsweg entsprechend vorbereitet fortsetzen können. Jeder macht den Schulabschluss nach seinen Fähigkeiten, aber alle Wege bleiben offen.
Ein kleineres System – im Gegensatz zur IGS – bietet den Schülern überschaubare, feste Strukturen. Es erleichtert die Orientierung in solch einem System und bietet den Schülern einen entsprechenden Halt. Kein Schüler geht verloren.
Schule gehört zum Lebensraum, eingebettet in das System der Gemeinde. Eine Forderung, nach Rücksprache mit Lehrkräften zur Oberschule, gibt es aber auch: „Die Oberschule braucht eine ganze Stelle für Schulsozialpädagogik! Sozialpädagogen nur zur Unterstützung der Lehrkräfte bei der Durchführung berufsorientierender Maßnahmen ist zu kurz gegriffen, ebenso werden auch dringend Sozialpädagogen im Bereich Förderung der Sozialkompetenz benötigt“, so der JU Kreisvorsitzende Maik Beermann weiter.
Ein weiteres Anliegen der Jungen Union ist die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen dem Schulamt der Stadt Nienburg und dem Schulamt des Landkreises, wenn nicht gar eine Zusammenlegung beider Ämter zu einem Kreisschulamt das beste für den Landkreis Nienburg wäre, heißt es abschließend.